
X-Men Origins: Wolverine (2009)
Schauspieler: Hugh Jackman, Liev Schreiber, Danny Huston
Regie: Gavin Hood
Land: Australia, Canada, USA
Genre: Action, Fantasy, Sci-Fi, Thriller
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X-Men Origins: Wolverine
Nach langem hin und her habe ich nun doch einen Blick gewagt. Ich hatte eigentlich im Vorfeld und nach dem ersten Trailer bereits fieberhaft darauf gewartet dass einer meiner Lieblingscharaktere aus dem Marvel-Universe seinen eigene Streifen bekommt aber nachdem ich die ersten Eindrücke gelesen hatte war meine Stimmung auch schon dahin. Die X-Men wurden 2000 von Bryan Singer für die große Leinwand fit gemacht und konnten sogar zweimal überzeugen. Ich kann mich erinnern dass damals auch diverse Aufschreie von Seiten der Fanbase zu hören waren, doch Schlusslicht des Franchise war wohl der dritte Teil von Brett Ratner. Das Spin-Off zu Woverine war schon damals in Planung und da mir Tsotsi von Regisseur Gavin Hood ziemlich imponierte hatte ich auch wieder die etwas höheren Erwartungen. Angenommen ich würde nicht die Vorlage kennen und nie die Origin-Reihe (Limited Series) von Paul Jenkins und Adam Kubert gelesen haben auf die der Film anfangs deutlich aufbaut, dann würde ich X-Men Origins: Wolverine als akzeptablen Actioner mittlerer Qualität einstufen. So allerdings muss ich fast bedingungslos den Kollegen Flo Lieb recht geben und seine Kritik unterstreichen. Fast bedingungslos eben nur deshalb da ich die Comic-Adaptionen durchaus als eine Alternative zur Vorlage sehe in denen der jeweilige Filmemacher seinen Freiraum haben soll, so ähnlich wie beispielsweise in den Comics die Idee multipler Universen existiert oder es das Ultimate-Universe gibt. Die Verstümmelung von Wade Wilson aka Deadpool (Ryan Reynolds) schmerzte allerdings zu sehr als dass ich hierzu noch verschönende Worte finden könnte.
Es war bestimmt keine leichte Aufgabe in nicht mal 110 Minuten die gesamten Origins von Wolverine reinzupacken aber dennoch überfliegt mir Hood da einfach zu viel und vor allem zu schnell. Sobald eine interessante Thematik angesprochen wird rast auch schon der nächste neue Charakter daher oder ähnliches. Vieles geht zu schnell gerade für jene die, die Comics nicht kennen würde ich meinen. Nachdem man zu Beginn mit einer viel zu kurz geratenen Eingangssequenz erfährt dass Victor Creed (Liev Schreiber) Logans aka Wolverine (Hugh Jackman) Bruder ist, bekommt man eine doch sehr cool inszenierte Credit-Sequenz serviert bei der man die beiden Brüder erlebt wie sie sich durch sämtliche große Kriege der Menschheit kämpfen. Das war es dann aber auch schon wieder, denn fortan wird überhaupt nicht mehr auf Wolverines Wurzeln zurückgegriffen. Fest steht nur dass der Tod seines Vaters in ihm etwas weckte das plötzlich drei knochige Krallen aus seinen Knöcheln wachsen lässt wenn er möchte. Warum dies so ist und warum Victor ähnliche, tierische Eigenschaften aufweist bleibt erstmal unbekannt. Der eigentliche Streifen beginnt dann damit dass die beiden wegen Victors Kriegsverbrechen in Vietnam erschossen werden sollen. Da die Zwei, wie das Intro ja schon ankündigte, quasi unsterblich sind und von jeglichen Wunden heilen stellen auch die paar Gewehrschüsse keine größerer Hürde dar.
Im Anschluss werden die Brüder von William Stryker (Danny Huston) rekrutiert und sollen in einem mysteriösen Programm mitwirken das von höchster Staatsebene genehmigt wurde. Im Prinzip geht es darum Mutanten also ihre eigenen Artgenossen zu eliminieren mit der Begründung es diene zur Sicherheit und zum Wohle der Menscheit. In diesem Programm treffen sie auf vielerlei Individuen die iher Mitsreiter werden sollen. So bekommt der Zuschauer den bereits genannten Wade Wilson, David North aka Agent Zero (Daniel Henney), John Wraith (Will i Am), Fred Dukes (Kevin Durand) und Chris Bradley (Dominic Monaghan) erstmals zu Gesicht.
Auch hier gilt: Weniger wäre mehr gewesen. Zu viel wird da dem Zuschauer in kürzester Zeit präsentiert (um nicht zu sagen zugemutet). Kein, aber auch wiklich kein Charakter, schafft es ein wenig Tiefe zu erhalten, ganz einfach weil die Zeit nie und nimmer ausreicht. Schnell muss im Plot weiter verfahren werden, denn die Zeit dieser Söldnergruppe ist auch schon wieder vorbei und wir treffen nun nur noch auf Logan, der irgendwo im Norden als Holzfäller arbeitet und anscheinend seine große Liebe, Kayla (Lynn Collins), gefunden hat. Als jdann emand seine ehemaligen Teammitglieder systematisch tötet und William Stryker ihm einen Besuch abstattet beginnt wieder die Action von vorne
Ich will erst gar nicht viel Worte über das weitere Geschehen verlieren, denn das kann sich jeder selbst anschauen oder ausmalen. Trotz eines Hugh Jackman der wie für die Rolle geboren scheint ist dieses Spin-Off leider nur untere Schublade für mich. Man hat einfach jede Sekunde den Eindruck die Crew wollte möglichst viel reinpacken und zig neue Sachen einführen. Dies führt schlussendlich dazu dass Kenner sich über die Oberflächlichkeit ärgern und Neulinge womöglich nicht sonderlich begeistert sein werden. Spätestens als mit aller Kraft versucht wurde Cyclops (Tim Pocock) und Emma Frost (Tahyna Tozzi) ins Geschehen reinzudrücken ging mit dieser Flick mächtig auf den Senkel. Fanliebling Remy LeBeau aka Gambit (Taylor Kitsch) wurde mit diesem Film zwar auch eingeführt doch auch er konnte mich nicht vom Hocker hauen. Fairerweise muss ich hier allerdings anmerken dass ich mich nicht zu Gambits Fangemeinde zählen würde und es für mich von daher ziemliche Nebensache war.
Was bleibt ist leider ein bitterer Nachgeschmack der hoffen lässt dass die nächste Marvel-Verfilmung qualitativ wieder besser wird. Das X-Men Universum ist einfach zu groß um über 50 Jahre Geschichte in vier Spiefilmen vollständig wiederzugeben, das sollte jedem klar sein. Anstatt zu versuchen mit Masse zu beeindrucken wäre es vielleicht besser gewesen die Story nur um Wolverine zu konstruieren und drei maximal vier Komparsen auftreten zu lassen und diese ordentlich darzustellen. Wenn schon die Comicbooks als Vorlage dienen sollen, dann würde ich den zukünftigen Drehbuchautoren empfehlen sich vielleicht einfach mal auf ein One-Shot zu bauen, als immer mit der Tür ins Haus zu fallen und nur die großen Sagas anzugehen. Ziel soll es ja sein die Comichelden für die breite Masse attraktiv zu machen und nicht diese mit innovationslosen Flicks zu ermüden.
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