****** 3.0/6 aus 41 Stimmen

The Spirit (2009)


Schauspieler: Scarlett Johansson, Samuel L. Jackson, Eva Mendes


Regie: Frank Miller


Land: USA


Genre: Action, Drama


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The Spirit

Der Name Frank Miller ist längst nicht mehr nur der (amerikanischen) Comic-Szene ein Begriff. Durch die erfolgreichen, stilistisch bahnbrechenden Verfilmungen zweier seiner Feder entsprungener Werke, nämlich Sin City und 300, dürfte er seit geraumer Zeit auch in hiesigen Breitengraden zumindest dem einen oder anderen durchschnittlichen Medienkonsumenten bekannt sein. Zwar fungierte er bereits bei Sin City als beratender Regieassistent; neu ist allerdings, dass er nun bei einer Comicverfilmung die Zügel zur Gänze selbst in die Hand nimmt und selbst Regie führt. Zwar handelt es sich diesmal um keinen direkt von ihm selbst geschriebenen Comic, aber immerhin stammt The Spirit von Millers langjährigen Mentor, dem in der Comic-Szene mindestens ebenso bekannten Will Eisner.

Nun, stilistisch bemerkt man bei The Spirit sofort die relative Nähe zu den beiden weiter oben erwähnten Comicverfilmungen, vor allem zu Sin City. Neben der simplen Tatsache, dass beide Filme (also Sin City und The Spirit) in einer fiktiven Großstadt angesiedelt sind, ist es vor allem die dunkle, schwarz graue mit vereinzelt kontrastierendem Rot angereicherte, schemenhafte Optik, die man als gemeinsamen Nenner bezeichnen könnte; durch selbige soll das comiceigene Flair auf die Leinwand transportiert werden. Schön und gut, sieht das Ganze doch in der Tat sogar recht schick aus. Nur leider ist das Anno 2009 nichts neues mehr, wusste Sin City diese Technik bereits 2005 geschickt zu perfektionieren; da wirkt Millers Regiedebut heuer dann leider doch ein bisschen wie eine arg bemühte Kopie.

Hoffnungslos comicartig überdreht sind denn auch sämtliche Charaktere, angefangen beim notorischen Frauenhelden Spirit, über sämtliche seiner weiblichen Verehrerinnen, bis hin zu dem bösen Octopus und seinen Schergen. In der Tat sind diese Figuren allesamt gnadenlos überzeichnet. Miller zelebriert und huldigt mit ihnen den typischen Comic-Klischees und brennt dabei ein überzogenes Comic-Slapstick-Feuerwerk ab. Da darf natürlich weder die typische Szene mit dem Bösewicht in Nazimontur fehlen, noch muss man auf das furiose Jeder-ballert-auf-Jeden Intermezzo verzichten. Blöd nur, dass darunter alles andere im Film leiden muss. Irgendwann ist man einfach nur gelangweilt (wenn nicht sogar genervt) von dem, was einem da zusammengeschustert als Story verkauft werden soll, einfach weil der Plot fast vollkommen austauschbar und bis zur Schmerzgrenze belanglos ist.

Es reicht nicht aus, sämtliche Elemente, die sich in alten Comics erfolgreich bewährt haben, so gut wie möglich auf die Leinwand zu transferieren und es damit bewenden zu lassen. Wer fürs Kino dreht, muss sich auch gewisser cineastischer Regeln bedienen und mit der Sprache des Films umzugehen wissen. Sowohl die Protagonisten als auch die Kinogänger müssen mit einer Art nachvollziehbarer Motivation bei der Stange gehalten werden. Da jene The Spirit leider völlig abhanden gekommen ist, bleibt der Film auch als liebevoll gedachte Comicbuch-Hommage verstanden nur absoluten Comicfreak Puristen zu empfehlen. Da selbige hierzulande jedoch vermutlich eher rar gesät sein dürften, lässt sich die Entscheidung, den hiesigen österreichischen Kinostart abzublasen, getrost als weise Voraussicht bezeichnen.

Fazit:

Auch wenn der Comiccharakter deutlich zum Vorschein kommt, wird es darüber hinaus leider allzu schnell fad und uninteressant. Das Ganze sollte mehr als die Summe seiner Teile sein; bei der bloßen Aneinanderreihung verschiedener comichafter Elemente, die The Spirit bietet, ist dies jedoch leider nicht der Fall.

4 von 10 Nerds

Rezension von movienerd


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