****** 5.5/6 aus 6 Stimmen

Slumdog Millionär (2008)


Schauspieler: Dev Patel, Anil Kapoor, Saurabh Shukla


Regie: Danny Boyle, Loveleen Tandan


Land: UK, USA


Genre: Crime, Drama, Romance


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Slumdog Millionär

Derzeit eine Filmkritik zu Slumdog Millionär zu verfassen, fühlt sich in etwa so an, als ob man sich an einen Filmklassiker der alten Schule wagt. Natürlich zählt Danny Boyles Film zu diesen noch lange nicht dazu, aber die Erfolgsgeschichte eines Slumdog (und ja in Indien war man über diesen Namen wohl wahrlich nicht begeistert) aus Mumbai hat weltweit Heerscharen von Menschen ins Kino gelockt, verzaubert und berührt. Das Leben schreibt bekanntlich die besten Geschichten und auch der Hintergrund zu Slumdog Millionär steht sinnbildlich für solch einen cineastischen Zwischenfall, dem fast das Schicksal eines verstaubten DVD-Regals in einem Elektronikfachmarkt zum Verhängnis geworden wäre. Der Rest ist schließlich Geschichte: Unzählige Preise abgestaubt und reihenweise glückliche Menschen hat Slumdog Millionär inzwischen zurückgelassen. Kaum zu einem anderen Film wurde in den letzten Wochen mehr geschrieben, deshalb wird diese Kritik etwas anders als sonst ausfallen.

Letzten Endes sind es nicht die Awards, nicht die miesgelaunten Kritiker, die über Erfolg und Misserfolg eines Films entscheiden, sondern die Zuschauer. Am Liebsten würde ich den Leuten vor jedem Kino zurufen: Vergesst die Oscars! Lasst los von dem Hype!, aber das gehört zum Film mittlerweile dazu, wie das Amen in der Kirche. Slumdog Millionär ist eigentlich kein Film der Massen. Es ist auch wahrlich kein kleiner Film, aber schon in den ersten Minuten hat er den Zuschauer auf seine ganz individuelle Weise gepackt, so dass alles Drumherum zur absoluten Nebensache wird. Kino-SMS-Tipper, vorlaute Maulhelden nie waren sie mir gleichgültiger. Slumdog kann man nicht nur sehen, man muss ihn eigentlich fühlen mit allen Facetten des körperlichen und geistigen Bewusstseins. Selten waren die fantastische Kamera, der antreibende Soundtrack und der unglaubliche Schnitt so sichtbar, gleichzeitig aber auch so perfekt miteinander verwoben wie in diesem Fall. Dabei ist der Film keineswegs perfekt, bei der Figurenzeichnung leistet er sich vereinzelt Patzer und verabschiedet sich teilweise von Logik und Realismus. In den letzten Tagen fielen außerdem vermehrt die Stichworte Armutsporno und negativ konnotierte Darstellung von Mumbai im Bezug auf den Film. In der Tat, so ein wenig tanzt Slumdog nahe dem Vorwurf uns ungebildeten Westlern ein wohliges Gefühl in der Magengegend zu schenken. Aber ganz ernsthaft, gibt der Film jeweils vor ein authentisches Gesellschaftsabbild zu sein?

Viel mehr ist Slumdog Millionär ein perfekt inszeniertes, wundervoll erzähltes Märchen, das nicht mehr will, als auf eine legitime Art und Weise zu unterhalten. Um auf meine Ausgangsaussage zurückzukehren: Man sollte sich diesen Film nicht mit falschen Erwartungen anschauen, die von vornherein zum Scheitern verurteilt sind. Vom Alltag loslassen, vordefinierte Meinungen ablegen, Enstpannen, Unterhalten Soweit ich mich erinnere war es das doch, was die meisten unter Kino zu verstehen glauben.

Fazit

Danny Boyle schlittert mit Slumdog Millionäre nur knapp daran vorbei, sich selbst in den modernen Filmolymp zu hieven. Nichtsdestotrotz hat er ein fantastisch inszeniertes, rohes und wuchtiges Stück Kino erschaffen, das sich niemand entgehen lassen sollte.

9 von 10 Nerds

Rezension von movienerd

Slumdog: Millionaire

Der Film portraitiert die Lebensbedingungen und die Umgebung Indiens gefühlt sehr gut. Besonders am Anfang ist man von der Story, die immer wieder zwischen Wer wird Millionär und dem eigentlichen Film hin- und herwechselt, ziemlich mitgerissen. Der Film hat etwas Überlänge und lang wird auch jedes mal das Gesicht des Hauptdarstellers, wenn man ihn nach einer traurigen Erinnerung wieder sieht. Am Anfang ziemlich überzeugend, hat man diese Mimik nach zwei Malen ziemlich gut kennengelernt und wünscht sich etwas Abwechslung.

Doch die Aufnahmen sind klasse, manchmal etwas rabiat und heftig. Nur am Ende wurde es mir ein wenig zu kitschig. Destiny. Das Paar hat sich gefunden.

Unterhaltsam, macht ein wenig nachdenklich, die Bilder sind klasse aufgenommen und die Geschichte toll erzählt. Aber mehr auch nicht.

Check (25.03.2009):
IMDB: 8.6
RottenTomatoes: 94%
Meine Meinung: 82%

Rezension von tobiasmaasland


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