
Männersache (2009)
Schauspieler: Mario Barth, Dieter Tappert, Michael Gwisdek
Regie: Gernot Roll
Land: Germany
Genre: Comedy
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Männersache
Neulich Susi, die Freundin meines besten Freundes Hottes, die kam zu ihm und sagt Ich gehe heut zum Fitness, mache Bauch-Beine-Po. Guckt er sie an und sagt Davon haste genug, mach mal lieber Titten!
Selbst im Trailer zu Männersache wird dieser irrekomische, grade so an der Tür zum Humor klopfende, Einfall Mario Barths zweimal direkt hintereinander verwertet. Im Film selbst ist es die absolute Quintessenz, die so oft auf den Zuschauer losgelassen wird, dass man wirklich den Eindruck gewinnt die Macher selbst fanden das alles ganz komisch. Ein Film wie dieser ist kein Einzelfall deutsche Comedians gab es schon oft genug auch auf der großen Leinwand zu bestaunen und natürlich ist klar, dass der Film denselben Humor, dasselbe Zielpublikum aufweist wie der Künstler selbst. Umso erleichterter war ich, als sich nach einer Weile der Eindruck festigte, dass dieser Film selbst seine Mario Barth Fans enttäuschen dürfte.
Irgendwann kommt eine Stelle im Film, als der Manager von Paul (Barths Alter Ego) ihm aufträgt, doch bitte auf der Bühne das von sich zu geben, was das Publikum hören will, was ich ganz nebenbei für die perfekte Charakterisierung des typischen Mario Barth Humors halte. Damit wäre ich auch schon beim größten Problem des Films. Der Humor bewegt sich auf einem dermaßen einfachen Level, dass es selbst im Halbschlaf jedem möglich ist, die kommende Pointe vorherzusehen. Männersache hangelt sich von einer Peinlichkeit zur nächsten und als Zuschauer ist man jedem Witz ein Stück voraus. Erstaunlich jedoch, dass es insgesamt auch eine recht geringe Gagdichte gibt und die eigentliche Geschichte um zwei beste Freunde den Film dominiert. Schade jedoch, dass das Drehbuch nichts kann. Paul lauscht einem Streit von seinem besten Freund Hotte und dessen Freundin Susi. Als er das Material, hinlänglich aus Barths sich immer wiederholenden Bühnenshows bekannt und hier sogar auf einen einzigen Kalauer reduziert (eingangs erwähnt), für seine Karriere als Stand-Up-Comedien nutzt, ist Hotte natürlich verärgert. Was folgt ist Streit mit Susi, Streit mit Paul, Zickereien auf Kindergartenniveau und überhaupt so viel schlechte Stimmung, dass man sich schon fast nicht mehr in einer Komödie glaubt, schließlich gibt es auch sonst nichts zu lachen.
Dabei ist jede Figur so schlicht gehalten, dass das Zuschauen weh tut. Allen voran Susi, die hier nicht einen einzigen positiven Charakterzug zeigen darf und am Ende sogar gänzlich aus der Luft gegriffen weinend von ihrer schweren Situation erzählt. Ebenso himmelschreiend daneben gestaltet sich der plötzliche Emotionsausbruch zwischen Paul und seinem Vater. Mit einem Male findet man sich in einem Familiendrama wieder, das genauso schlagartig wieder verklingt wie es begonnen hat. Das gleiche lässt sich über das ganze Finale sagen, mit dem Unterschied, dass dies seit Beginn des Films ohne falsches Schamgefühl durch kontinuierliche Blödheit vorbereitet wird. Vielleicht darf man dem Werk auch gar nicht so böse sein, denn am Ende wirkt es doch ein wenig wie der naive Versuch, einen eigenen Film auf die Beine zu stellen eine typische Idee zweier Freunde und einer Kiste Bier.
Fazit
Selbst Jürgen Vogel rettet diesen Film nicht vor dem totalen Desaster. Eine Komödie ohne Humor, eine Geschichte ohne Entwicklung und Schauspieler, die keine sind. Wenigstens hatten die Beteiligten ihren Spaß.
1 von 10 Nerds
Rezension von movienerd
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