****** 3.7/6 aus 29 Stimmen

Hangover (2009)


Schauspieler: Justin Bartha, Heather Graham, Bradley Cooper


Regie: Todd Phillips


Land:


Genre: Comedy


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Hangover

Man konnte es schon seit einigen Wochen hören und lesen: Hangover schwang sich in den USA zu dem Überraschungshit des Sommers und des bisherigen Jahres auf. Und es dauerte nicht lange, bis die nicht gerade sonderlich prominent besetzte Komödie, die unter der Regie von Todd Phillips abgedreht wurde, mit dem kurzen aber bedeutsamen Wörtchen Kult bedacht wurde. Und trotz der schier überbordenden Lobhudelei mit der Hangover von weiten Teilen der Kritik und des Publikums bedacht wurde, schien ein gewisses Maß Skepsis bis zum hiesigen Kinostart geboten. Immerhin ist an dieser Stelle von einem Regisseur die Rede, der sich in seiner Karriere noch für keinen sonderlich beeindruckenden Film verantwortlich zeigte, und in seinem Debüt Road Trip in Form einer reichlich abartigen Verwendung von Toastscheiben ein ziemlich merkwürdiges Humorverständnis an den Tag legte. Nun steht mit Hangover Phillips neuester Versuch im so schwierigen Genre der Komödie an, und welches Ereignis und welche Stadt böte sich da besser an, als ein feucht-fröhlicher Junggesellenabschied in Las Vegas: Viva Las Vegas!, One Wild Night!, What happens in Vegas, stays in Vegas! - Es gäbe in der Tat eine Menge griffige Phrasen um die an den Tag gelegte Grundstimmung von Hangover zu beschreiben. Am passendsten wäre dann wohl aber doch frei nach Shakespeare: Ein Königreich für eine Erinnerung!


Es soll für Doug (Justin Bartha) der schönste Tag seines Lebens werden. Doch vor dem Tag an dem er seine Tracy (Sasha Barrese) zur Frau nehmen wird, schließt sich einem ungeschriebenem Gesetz zur Folge noch die obligatorische Junggesellenparty an, die zu Ehren des zukünftigen Bräutigams begangen werden muss. Und so fahren Doug und seine Freunde Phil (Bradley Cooper), Stu (Ed Helms), sowie sein schräger zukünftiger Schwager Alan (Zach Galifianakis) zwei Tage vor der Hochzeit nach Las Vegas, um es noch einmal ordentlich krachen zu lassen: Alkohol, Frauen, Glückspiel, es sollte die für die Freunde eine unvergessliche Nacht werden. Umso größer am nächsten Morgen der Schock: Aus der unvergesslichen Nacht, wurde ein Abend der am nächsten Morgen im wahrsten Sinne des Wortes dann doch leider vergessen ist. Warum ist das luxuriöse Hotelzimmer in der die Freunde einquartiert sind völlig verwüstet? Warum raucht der Sessel? Warum befindet sich im Badezimmer ein ausgewachsener und lebendiger Tiger? Warum fehlt dem Zahnarzt Stu ein Schneidezahn? Was macht eigentlich das verlassene Baby in dem halbzerstörten Zimmer. Und vor allem: Wo ist eigentlich der Bräutigam? Fragen über Fragen, mit denen sich Phil Stu und Alan am nächsten Morgen - von den nächtlichen Abenteuern schwer gezeichnet stellen müssen, und auf die sie keine Antwort haben. Mühsam versuchen sie ihre Schandtaten der letzten Nacht zu rekonstruieren, denn viel Zeit bleibt nicht mehr bis zur Hochzeit am nächsten Tag, auf der sich die Anwesenheit des Bräutigams als durchaus praktikabel erweisen würde.


Soweit die Ausgangslage von Hangover, der sich somit eines ebenso simplen wie effektiven Kniffs bedient: Der Zuschauer ist immer nur genauso schlau, wie die Protagonisten innerhalb des Films. Aus dieser einfachen Prämisse holt Todd Phillips nahezu das Optimum heraus, denn es gelingt ihm mit Hangover eine Komödie abzuliefern, die nicht nur witzig, sondern auch voller Tempo ist. Dabei zehrt der Film vor allem auch von den im Drehbuch gezeichneten Figuren, nebst der zugehörigen Besetzungen der Rollen. Freilich, Bradley Cooper der den angehenden Bräutigam Doug verkörpert, hat in dieser Hinsicht in gewisser Weise den undankbarsten Part, da dieser in seiner Eigenschaft als zu suchendes Objekt nur am Anfang, sowie am Ende des Films zu sehen ist. Seine drei Kollegen dürfen hingegen zeigen, was sie können. Während Bradley Cooper seinen Phil irgendwo zwischen unwilligem Lehrer, elegantem Playboy und Familienmensch mit Frau und Kind anlegt, und Ed Helms einen herrlich stereotypen Looser, der von seiner Frau gerne mal betrogen und verprügelt wird, verkörpert, ist der unbestrittene Star des Films ohne jeden Zweifel Zach Galifianakis. Der bärtige, verschrobene und skurrile Alan sorgt für die größten und meisten Lacher des Films. Hangover ist somit ein weiteres Beispiel dafür, dass es der großen Gesichter auf der Leinwand nicht bedarf, um überzeugende bis überragende Schauspielleistungen im Kino zu sehen.


Bei all dem berechtigtem Lob, welches sich Hangover ohne jeden Zweifel verdient hat, bleiben dann doch letzte Schönheitsfehler, die dem Film die Aufnahme in die absolut höchsten Sphären der Wertungsskala vermasseln. Was allerdings nichts an der Tatsache ändert, dass es sich bei Hangover um die beste Komödie des bisherigen Kinojahres, wahrscheinlich sogar des gesamten Jahres 2009, sowie auch in den letzten Jahren handelt. Es kann eine Menge gelacht werden in diesem Film, das ist überaus erfreulich, und doch: Auch wenn es Hangover immer wieder gelingt Situationskomik zu erzeugen, herrlich bissige und anrüchige Pointen zu landen, sowie eine wunderbare Chemie zwischen den Darstellern spürbar werden zu lassen, so ganz kann Todd Phillips offensichtlich nicht aus seiner Haut: Es sind zwar nur wenige Szene, in denen Hangover die imaginäre Grenze zwischen gelungenem Slapstick und übertriebenem (und dann auch sofort unnötigen und nicht mehr funktionierenden) Kalauer überschreitet, doch sind diese ohne jeden Zweifel vorhanden. Doch zum Glück bleiben diese Aussetzer wirklich eine Ausnahme, und werden nicht zuletzt auch durch einen absolut famosen Soundtrack locker überspielt.


In der Summe ist Hangover also ein knackiger, gut hundertminütiger Spaß, der seinen ganzen im Film gezeigten Eskapismus aber auch als eben solchen einzuordnen vermag. Das Leben ist nun mal kein ewig währender alkoholisierter Trip in Las Vegas, und Hangover suggeriert dies auch an keiner einzigen Stelle: Am Ende steht natürlich die obligatorische Hochzeit. Die eine und wilde Nacht mündet für die Freunde bis auf eine Ausnahme (Und diese Episode mag zwar berechenbar sein, doch macht sie das nicht weniger charmant) wieder in die geregelten Bahnen des Lebens. Last but not least ist Hangover ein Film und das muss durchaus auch noch einmal herausgestellt werden - der den Kauf der Eintrittskarte schon fast alleine durch seinen launigen Abspann rechtfertigt. True Story! - Fazit: 8,5 von 10 Punkten.


Rezension von kinotv&co

The Hangover Review Kritik



Mit Trailern ist das ja immer so ne Sache. Werden nur die besten Szenen des Filmes verwendet, um die Zuschauer dazu zu bringen, das Ticket zu kaufen und enttäuscht nach Hause zu gehen? Oder aber ist es nur eine Aufreihung ein paar der besten Szenen? The Hangover war so ein Fall. Und auch wenn ein Film auf Platz 1 der amerikanischen Kinocharts ist, sagt das noch lange nichts aus über die Qualität des Streifens.

Was passiert?

Doug (Justin Bartha) will heiraten. Er lebt in L.A., was liegt da näher, als seinen Jungesellenabschied in Las Vegas zu verbringen. Schnell seine drei Freunde zusammengeschafft und schon sind die vier auf dem Weg nach Vegas. Dort angekommen, verziehen sie sich auf das Dach des Kasinos Ceasars und trinken ein paar Jägermeister. Am nächsten Morgen wachen sie auf in einer völlig zerstörten Suite mit einem Tiger im Bad und haben keine Ahnung, was letzte Nacht passiert ist. Dann stellen sie fest, dass Doug verschwunden ist! Eine wilde Suche beginnt, die Ereignisse der letzten Nacht zu rekonstruieren.

Wie siehts aus?

Solides Unterhaltungskino mit keinen besonderen audiovisuellen Kniffen.

Wie wirds erzählt?

Zuallererst sei gesagt, dass die vier Charaktere unterschiedlicher nicht sein könnten. Da haben wir den glücklich verliebten Doug, der seine Frau heiraten möchte. Dann den Bruder der Braut, den etwas hängengebliebenen Alan Garner (Zach Galifianakis), eine ziemlich uriger Charakter. Der Schleimball Phil Wenneck (Bradley Cooper) ist nach ein paar Jahren Ehe so ziemlich frustriert und versucht Doug zu überzeugen, dass er nicht heiraten sollten. Und dann haben wir noch den Zahnarzt er nennt sich gerne Doktor Stu Price, gespielt vom abgenervten und etwas zahnlosen Ed Helms. Anfangs scheint er der verklemmteste Charakter zu sein, wird er doch von seiner Frau terrorisiert und redet sich alles gut. Aber im auf und ab der Geschichte findet auch er seinen Weg…

Hier und da holpert der Film zwar in vorhersehbare Gags und kleine Längen. Das Zusammenspiel der Charaktere bietet jedoch eine klasse zugespitzte Komödie, die den Gang ins Kino oder später in die Videothek (heißt das jetzt eigentlich DVDthek?) lohnenswert macht. Und, wer hätte das gedacht: The Hangover 2 wurde schon angekündigt. Mal sehen, warum die Kerle dann ihre Nacht vergessen…

Check 18.06.2009:
IMDB: 8.4
RottenTomatoes: 79%
Fünf Filmfreunde: 1.5-2 Sterne

Meine Meinung: 76%

Rezension von tobiasmaasland


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